Eröffnung des Naturlehrpfads 2007

Eröffnung des Naturlehrpfades vor der imposanten Kulisse des Kupferbergwerks

Wenn der Winter nach Sommerkahl kommt und die Feuerwehrkapelle spielt
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Naturlehrpfad „Rund um die Wilhelmine“: (von links) Joachim Miltenberger vom Bergwerksverein Grube Wilhelmine, Stellvertretender Vorsitzender des Naturparks Spessart Roland Bauer aus Dammbach, Dieter Stockmann vom Naturpark Spessart, Stellvertretender Landrat Peter Winter, Projektleiterin Dr. Johanna Leisner mit Tochter und Freundin Tamara Johnson aus Oregon, dazwischen Sommerkahls Bürgermeister Arnold Markert, Wilhelm Völker, Vorsitzender des Bergwerkvereins und Forstdirektor Christoph Frucht, Geschäftsführer des Naturparks Spessart.

Sommerkahl. Schneematsch und Regen und doch riesiger Andrang bei der Eröffnung des neuen Naturlehrpfades in Sommerkahl. Gäste aus Nah und Fern waren gekommen, das war hier wörtlich zu nehmen. Die weiteste Anreise hatte Tamara Johnson aus Oregon/USA. Bürgermeister Arnold Markert begrüßte die Gäste, um das gelungene Werk frei zu geben, zur Entdeckungsreise rund um Sommerkahl.

Ihren Anfang habe die Sache mit einer Idee im Bergwerksverein genommen, berichtete der Bürgermeister. Mit einer Idee von Wilhelm Völker, dem Vorsitzenden, die er gleich mit dem sehr aktiven Mitglied Joachim Miltenberger besprochen habe. Und schon sei der Entschluss gefasst gewesen, einen Naturpfad einzurichten, und der erste Flyer sei gleich entworfen worden. Mit dem Forstdirektor Christoph Frucht, dem Geschäftsführer des Naturparks Spessart sei diese Angelegenheit dann besprochen worden und mit Unterstützung dieser Institution sei schon im Juli 2005 der Zuschussantrag an die Regierung von Unterfranken gestellt worden, abgesegnet und genehmigt im September 2005. Die fachliche Umsetzung habe dann die Diplombiologin und Umweltpädagogin und Landschaftsführerin Dr. Johanna Leisner übernommen, nachdem das Landratsamt die naturschutzrechtliche Erlaubnis erteilt habe, berichtete Arnold Markert. Und jetzt sei das Werk vollendet und könne der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sagte Markert Dank allen, die daran mitgewirkt haben. Gratuliert wurde ihm dafür von seinem Bürgermeisterkollegen aus Dammbach Roland Bauer, dem Zweiten Vorsitzenden des Naturpark Spessarts. Dieser Naturlehrpfad bringe näher, was Naturpark eigentlich bedeute, erklärte er und auch er sagte Dank, allen die dazu beigetragen haben.

Wenn der Winter nach Sommerkahl komme, dann sei das immer ein besonderer Anlass, war Landratsstellvertreter Peter Winter überzeugt. Winter machte darauf aufmerksam, welches Glück wir alle haben, in einer solchen Gegend leben zu dürfen. In einer Gegend, die auch kulturhistorisch einiges zu bieten habe, wie eben die Grube Wilhelmine. Immer mehr Menschen interessierten sich heute für die kulturellen und industriellen Verhältnisse der Vergangenheit. Ein Highlight für die Region sei das, längst aufgenommen in die Reihe Bayerns schönster Biotope.

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Der Naturlehrpfad führt rund um Sommerkahl und erschließt viele naturwissenschaftlich, geologisch und bergbaugeschichtlich interessante Orte.

Der Naturlehrpfad ergänze nun dieses Angebot. Dass dies ein hervorragender Ort für einen Naturlehrpfad sei, das meinte auch die Projektleiterin Dr. Johanna Leisner. Davon ei sie schnell überzeugt gewesen. Unterschiedliches Gestein und Relief biete die unterschiedlichsten Lebensräume. Das zuvor schon vorhandene Naturschutzgebiet werde durch den Weg schonend erschlossen, stellte sie fest und lud ein zur Wanderung rund um die Grube Wilhelmine. Bevor es aber auf den rund neun Kilometer langen Rundwanderweg ging, sagte auch sie Dank, unter anderem auch an die Grafikwerkstatt Jörg Ambrosius in Gemünden, die alle Infotafeln ausgestaltet hat. Persönlichen Dank sagte sie aber auch ihrer besten Freundin Tamara Johnson, die, wie gesagt, eigens aus Oregon angereist war, um der Veranstaltung beizuwohnen und mitzuwandern. Bürgermeister Arnold Markert hoffte auf viele solcher Besucher, die neugierig kommen und fasziniert wieder gehen, wie er erklärte.

Ein Teil der Gäste nutzte dann die Gelegenheit, das Kupferbergwerk Wilhelmine zu besichtigen. Die meisten aber machten sich auf den Weg rund um Sommerkahl, der die Biotope zeigt, die zumeist durch den Einfluss jahrhundertelanger Bergbauaktivitäten entstanden sind. Wie die Amphibienfreistätte Speckkahl, im Quellbereich dieses Baches, der alte Kalksteinbruch oder die Pingenfelder im Wald, auf denen im 18. Jahrhundert Eisenerz im Tagebau gewonnen wurden. Und als Schlusspunkt natürlich die 20 Meter hoch aufragende Kneiswand des ehemaligen Kupferbergwerks, die weithin leuchtet mit ihren großflächigen Überzügen aus grünem Malachit und blauem Azurit, nackter Fels, den die Natur zurückerobert.

(Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Brehm / Main-Echo)