Gneis – ein harter Brocken

Gneis ist das Gestein des Jahres 2015

gneisDie Grube Wilhelmine ist vollständig in das standfeste Gebirge aus Gneis geschlagen. Im Tal der Sommerkahl tritt dieses Gestein wegen der Verwitterung der darüberliegenden Gesteinsschichten (vor allem Sandstein) an die Oberfläche.
Gneis ist ein besonders hartes Gestein, welches durch Metamorphose aus einem ursprünglich schon vorhandenen Gestein entsteht.

Im Vorspessart tritt der Gneis als Grundgebirge an die Oberfläche. Der weitaus größte Teil dieses Gesteins ist ein Paragneis: Unter Druck und hoher Temperatur verwandeltes früheres Sedimentgestein. Der Sommerkahler Gneis aber entstand vor etwa 250 Millionen Jahren aus Granit, dessen Minerale Feldspat, Quarz und Glimmer durch den einseitigen Druck der variszischen Gebirgsfaltung im festen Gestein verschoben und neu angeordnet wurden. Dabei sind im Gneis mehr helle Minerale wie Feldspat und Quarz, weniger die dunklen wie Glimmer zu finden. Der  ursprüngliche Granit ist natürlich vulkanischen Ursprungs: Durch das Ausgangsgestein der Mömbriser Gneise hindurch ist also zwischen Goldbach und Schöllkrippen ein Vulkan ausgebrochen. Diese Gesteine sind aufgerissen und die Lava drückte sich als Granit durch. Bei der variskischen Gebirgsfaltung wurden diese Gesteine aber allesamt verwandelt, sozusagen in einem Packen.
Die typisch rötliche Prägung des Gneises deutet auf Eisen im Gestein hin, vor allem aber auf Lehm, der sich überall durch unser Gebirge schiebt.
Frisch gebrochen hat unser Gneis an vielen Stellen auch ein grau-silbriges Aussehen, mit glitzernden Muskovit-Glimmerteilchen:

Gneis frisch gebrochen

Gneis aus der Grube Wilhelmine, frisch gebrochen

Gneis frisch gebrochen

Gneis aus der Grube Wilhelmine, frisch gebrochen

Das Kupfererz der Grube Wilhelmine liegt nicht im Gestein vermengt vor, sondern in Erzgängen, Spalten und Rissen, welche sich unter anderem bei der Gebirgsfaltung gebildet haben und in die hydrothermale kupferhaltige Lösungen vorwiegend von oben hineinliefen und auskristallisierten.