Bergmannssprache

Die Bergleute hatten ihre eigene Sprache mit besonderen Begriffen. Manche Wörter aus dem allgemeinen Sprachgebrauch haben in der Bergmannssprache eine andere Bedeutung. Dies war auch in Sommerkahl zur Zeit des Bergbaus so.

Aufbereitung

Vorbereitung der Mineralien für die Schmelze. Erze und Neben­gestein wurden zerkleinert, gewaschen und getrennt. Bei der Sommerkahler Aufbereitungsanlage handelte es sich um einen Maschinenpark aus Steinbrecher („Knirsch“ genannt), Siebkugelmühle, diversen Schwämmvorrichtungen und Absetzbecken.

Fahren

Jede Fortbewegung im Berg wird fahren genannt. Bei einer „Fahrt“ handelt es sich um eine Leiter, mit der die Bergleute in die nächsttieferen Sohlen kamen.

Frosch

Alte Form einer Grubenlampe in der Form eines Frosches, die mit tierischem Fett (Talg, Unschlitt) gefüllt war.

Geleucht

Grubenlampe. Jeder Bergmann benötigt eine brennende Lampe, wenn er in den dunklen Berg einfährt. Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in den wenigsten Bergwerken eine durchgehende Beleuchtung. Auch die heutigen elektrischen Grubenlampen fallen unter den Begriff „Geleucht“.

Gezähe

Werkzeug des Bergmanns. Früher: Schlägel und Eisen (Meißel)

Glück auf!

Gruß der Bergleute. Damit drücken sie den Wunsch aus, nach der gefährlichen Arbeit unter Tage wieder glücklich und gesund nach oben zu kommen.

Hunt

Holzwagen, in dem das Erz aus dem Stollen gezogen oder geschoben wurde. Zuerst Kisten ohne Räder, die über den Steinboden geschleift werden mussten, später mit Rädern.

Lore

Wagen zur Förderung des Erzes, die auf Schienen gezogen werden.

Sohle

Ein Bergwerk besteht oft aus mehreren Etagen (Sohlen). Der Boden eines Stollens wird auch Sohle genannt.

Stollen

In den Felsen hineingehauene Gänge, in denen die Bergleute arbeiten. Stollen haben im Gegensatz zu den Strecken einen Ausgang ins Freie (über Tage).

Stollenmundloch

Ausgang und Eingang aus dem Bergwerk

unter Tage

unter der Erde, im Berg

vor Ort

Abbaustelle, an der gerade gearbeitet wird.

Wetter

Gase und Luft in der Grube. „Gutes Wetter“ bedeutet, dass genügend Atemluft und keine gefährlichen Gase im Berg sind. Bei „schlechtem Wetter“ mangelt es an Atemluft, dafür treten gefährliche, teils auch explosive Gase auf.